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Vorbilder/ fandom24

Titel: Vorbilder
Autor: callisto24
Fandom: 24
Charaktere: Chase, Jack, Tony
Kategorie: Drama
Thema: nach S1... was wäre, wenn sich Jack und Chase schon früher begegnet wären?
Word Count: 1099
Rating: PG-13
Archivieren: immer gerne
Anmerkungen: gehört alles 24, kein Geld, etc. ....

“Schon wieder so ein kreuzdämlicher Vortrag! Als ob wir dabei irgendetwas Sinnvolles lernen würden,” beschwerte sich Pete lautstark in der zu dieser Stunde mehr als überfüllten Cafeteria. “Ich habe es ehrlich satt, dass alle abgehalfterten Agenten, die gerade nichts besseres zu tun haben, hierher zu uns geschickt werden, um uns arme Studenten zu langweilen.”
“Wer ist es denn?” brachte Chase unverständlich hervor, während er sich intensiv bemühte sein Sandwich zu bewältigen.
Pete klopfte ihm so kräftig auf die Schulter, dass er es gerade noch verhindern konnte sich zu verschlucken und die Hälfte wieder auszuhusten. Er starrte den größeren Jungen wütend an, der ihn ungerührt angrinste.
“Natürlich Chasy! Unser Musterschüler kennt natürlich wieder jeden Soldaten, jeden Agenten, der irgendwann, irgendwo einmal eine Kartoffel geschält hat.”
Die anderen am Tisch kicherten.
“Na und! Weißt du es etwa?” gab Chase patzig zurück.
“Hey, easy Junge! Nicht jeder hat den Ehrgeiz der Akademie zu beweisen, dass er eines fernen Tages als Einziger auf weitem Feld in der Lage sein wird, das Land vor dem Untergang zu bewahren.”
“Idioten,” grummelte Chase wohlweislich unhörbar in sich hinein. Keiner von ihnen würde es einmal zu den Navy Seals schaffen, nicht wenn sie sich weiter wie die Kinder aufführten. Das Leben war nun einmal kein Zuckerschlecken, das hatte er in jungen Jahren schon lernen müssen. Und worauf man sie hier vorbereitete, das dürfte härter sein, als alles, das sich diese Punks in ihren wildesten Träumen vorstellen konnten. Ein Großteil seiner Mitschüler war von ihren Eltern, die sich einfach mit der Erziehung überfordert gefühlt hatten, abgeschoben worden, übrig blieben einige wenige, die wie er, Ehrgeiz in diese Ausbildung legen, einen Grundstock für eine Karriere legen wollten. Er würde nicht so enden, wie seine Eltern, das hatte er sich schon vor langer Zeit geschworen.

“Er hat einen ganz besonders einfallsreichen Namen, John Bauer oder so,” warf Frank ein und duckte sich bereits in Erwartung einer niederschmetternden Bemerkung ihres Alphamännchens, die erstaunlicherweise auszubleiben schien.
“Ein Pseudonym, was wetten?” ergänzte Pete lediglich, offensichtlich bereit das Thema fallen zu lassen.
Chase hob den Kopf. “Jack Bauer, vielleicht?”
“Kann sein!” Frank zuckte mit den Schultern. “Wieso, müsste man den kennen?”
“Weiß nicht.” Chase nahm einen kräftigen Schluck Kaffee. “Hat eine Arbeit geschrieben über verdeckte Ermittlungstechniken. Bin zufällig in der Bibliothek darüber gestolpert.”
“Streber,” lachten die anderen, wenngleich doch manch einer ein anerkennendes Nicken nicht unterdrücken konnte. Die wenigsten von ihnen kamen auf die Idee sich freiwillig in einen Raum voller Bücher zu begeben, geschweige denn, dass sie sich die Namen irgendwelcher ehemaligen Absolventen merken würden.
“Hat́s denn wenigstens was gebracht?” stichelte Pete wieder.
Chase starrte ihn über seine Tasse hinweg an, ohne die Miene zu verziehen.
“Was denkst du denn?”
“Vergiss es!” Damit stand der Rothaarige geräuschvoll auf. “Deine Noten sind mir doch scheißegal!”
Gefolgt von seinem Anhang verließ er mit langen Schritten den Raum.
Chase blieb allein zurück, seufzte erleichtert auf und riskierte einen Blick auf seine Armbanduhr. Noch 20 Minuten bis zum Vortrag und endlich etwas Ruhe. Die Cafeteria leerte sich langsam. Die meisten suchten das Weite, getrieben von dem Wunsch nach einer Zigarette oder etwas Stärkerem, das ihnen helfen konnte, den Tag zu überstehen.
Chase schnalzte verächtlich mit der Zunge. Unvorstellbar, wie jemand, der sein Leben dem Dienst an der Gemeinschaft widmen wollte, so verantwortungslos mit seinem Körper umgehen konnte.

Zwei ältere Männer, die gerade eintraten, zogen seine Aufmerksamkeit auf sich.
“Ich weiß, dass du mir nur helfen willst,” zischte der eine von ihnen zwischen den Zähnen hervor, und versuchte den Arm abzuschütteln, mit dem der andere versuchte ihn zu stützen.” Aber ich wünschte, du würdest es bleiben lassen!”
Der Sprecher trug dunkle Ringe unter den Augen, war unrasiert und offensichtlich hastig angekleidet, wie das schief zugeknöpfte Flanellhemd bewies. Der glasige Blick und die unsicheren Bewegungen, ließen keinen Zweifel daran, dass er unter massivem Alkoholeinfluss stehen musste.
“Jetzt trinkst du erst einmal einen Kaffee, Jack, und dann sprichst du mit den Kindern hier.” Auch bei dem anderen Mann schienen die Nerven blank zu liegen.
“Irgendwann musst du doch wieder zu dir kommen, ich kann dir nicht ewig den Rücken freihalten.”
“Du hast keine Ahnung wovon du redest,” nuschelte der Blonde, gab aber dann den Kampf auf und ließ sich beinahe willenlos zu einem Sitz an der Theke führen, und sich eine Tasse mit dampfendem Inhalt aushändigen.”
“Du weißt nicht, wie das ist, Tony!”
“Nein, ich weiß es wirklich nicht,” erwiderte dieser, ein wenig sanfter gestimmt. “Und ich bin froh, dass ich es nicht weiß. Aber das Leben muss schließlich weitergehen und... ,” er zögerte. “Jede Trauer muss einmal ein Ende haben.”

Jack schüttelte den Kopf und nippte an seinem bitteren Getränk, schob es jedoch sogleich angeekelt beiseite. Tony seufzte und lehnte sich zu ihm herüber. “Du weißt doch, dass Mason diesen Vortrag schon vor Monaten zugesichert hat.” Er kratzte sich nachdenklich an der Schläfe.
“Du weißt, ich würde es dir ja gerne abnehmen, aber mir fehlt einfach die notwendige Felderfahrung. Und diese Jungen brauchen einen Bericht aus erster Hand. Und dann weißt du doch, wie wenig Geduld ich mit Kindern habe, und du hast doch mit Kim... .” Zu spät biss er sich auf die Zunge. Der Schleier, der sich wie eine eisgraue Wolke über Jacks Augen legte, sagte ihm deutlicher, als jede Entgegnung es hätte tun können, in welches Fettnäpfchen er getreten war.
Resignierend wandte er den Blick ab, beobachtete geistesabwesend den jungen Burschen, der geflissentlich aus dem Fenster sah, vollkommen bewusst den Eindruck erweckend, als würde er nicht zuhören. Ein Lächeln zuckte in seinen Mundwinkeln auf, obwohl ihm keineswegs danach zumute war, verschwand sofort wieder, als er den Ausdruck in der Miene des Studenten zu deuten begann.
Er ergriff Jacks Hand und drückte sie kräftig, um den trauernden Freund aus seinen dunklen Gedanken zu reißen.
“Ich habe ein Jacket und einen Rasierer im Auto. Zuerst einmal werden wir einen Menschen aus dir machen, und dann ziehst du das hier durch.”
Energisch richtete er sich auf, zog den schmalen Mann auf seine Füße und schob ihn entschlossen Richtung Ausgang.
Die grünen Augen des Jungen folgten den beiden Männern auf ihrem Weg, bohrten sich in Jacks Rücken, blieben schließlich an dem Wirrwarr ungekämmter Haare hängen.
‘Die anderen hatten recht. Es gab nichts, das dieses Wrack ihm noch würde beibringen können.’
Einen Moment fragte er sich noch, was es wohl sein könnte, das einen Menschen derartig zu zerstören vermochte, aber schüttelte den Gedanken im selben Augenblick wieder ab.
’Niemand, und schon gar kein Soldat dieses Landes, hatte das Recht sich so gehen zu lassen, für so ein Verhalten gab es einfach keine Entschuldigung.’ Davon war er, mehr als von allem anderen, überzeugt.
Tags: autor: callisto24 1-100, fandom: 24 1-100, fanfic, gen
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